Wann sollen die Schulen wieder öffnen?

Das Coronavirus macht auch vor unseren Schulen nicht halt. Bereits vor den Osterferien wurden bundesweit die Schulen geschlossen, die Schülerinnen und Schüler wurden größtenteils online beschult. Nach den Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina haben Bund und Länder sich auf eine schrittweise Lockerung der Schutzmaßnahmen geeinigt. Was bedeuten die Lockerungen der Corona-Maßnahmen für Schulen? (Stand: 24.04.2020)

In einer Videokonferenz der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer ging es am 15. April um das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Bei den Gesprächen ging es auch um die umstrittene Frage, wann die Schulen wieder öffnen sollten.  Ursprünglich war hierfür der 20. April vorgesehen. Inzwischen haben die Bundesländer einen Fahrplan für ihre Schulen erarbeitet.

Baden-Württemberg

Das Kultusministerium Baden-Württemberg schreibt auf seiner Seite, dass das Land die Schulen ab dem 4. Mai schrittweise und zunächst stark eingeschränkt öffne. Zunächst solle der Unterricht demnach für Schülerinnen und Schüler beginnen, die in diesem oder im nächsten Jahr ihren Schulabschluss machen würden. Auch die Abschlussklassen an Beruflichen Schulen sollen ab dem 4. Mai wieder beschult werden. Lehrkräfte, die den Risikogruppen angehören, seien zunächst vom Unterricht freigestellt, schreibt das Ministerium weiter. 

Informationen des Ministeriums in Baden-Württemberg (externer Link)

Bayern

In Bayern öffnen die Schulen für erste Klassen bereits am 27. April. Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an weiterführenden und beruflichen Schulen werden in halber Klassenstärke unterrichtet. Für andere Jahrgangsstufen und die Grundschule wird bis auf Weiteres das „Lernen zuhause“ fortgesetzt. Das Kultusministerium gibt an, dass eine weitere Ausweitung des Unterrichtsbetriebes frühestens ab dem 11. Mai in Betracht kommt.

Informationen des Ministeriums in Bayern (externer Link)

Berlin

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 sollen laut Senatsverwaltung ab dem 27. April zur Prüfungsvorbereitung an die Schulen zurückkehren. Es folgen die Jahrgangsstufen 6 der Grundschulen und Grundstufen der Gemeinschaftsschulen sowie Abschlussklassen der weiterführenden Schulen am 4. Mai. Dabei hat der Unterricht in den Kernfächern Priorität. An den beruflichen Schulen kehren am 27. April zunächst die Klassen zur Integrierten Berufsausbildungsvorbereitung in die Schulen zurück. Ab dem 4. Mai kommen die Abschlussklassen der Berufsschulen hinzu.

Die zentralen schriftlichen MSA-Prüfungen sowie die zentralen vergleichenden Arbeiten entfallen in diesem Schuljahr ersatzlos. Die noch ausstehenden MSA-Präsentationsprüfungen finden jedoch statt.

Informationen der Senatsverwaltung in Berlin (externer Link) 

Brandenburg

Das Land Brandenburg plant derzeit, Schulen ab dem 4. Mai schrittweise wieder zu öffnen. Die regulären Termine für Abschlussprüfungen in der 10. Klasse entfallen und werden auf den zentralen Nachschreibtermin verschoben. Die Termine für Abiturprüfungen bleiben unberührt.

Informationen des Ministeriums in Brandenburg (externer Link)

Bremen

In Bremen starten zunächst die Abiturprüfungen am 22. April. Am 27. April startet der Unterricht für die 10. Klassen der Oberschulen und für die Vorbereitungsklassen 2 der gymnasialen Oberstufen in halber Klassengröße. Die 4. Klassen der Grundschulen sollen ab dem 4. Mai unterrichtet werden. Auch die Q1-Jahrgänge der Weiterführenden Schulen sollen ab dem 4. Mai wieder unterrichtet werden. Ziel sei es, vorallem zulassungsrelevante Fächer abzudecken.

Informationen der Senatorin in Bremen (externer Link)

Hamburg

Die Schulen in Hamburg bleiben bis zum 26. April geschlossen. Ab dem 27. April sollen die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen auf ihre Prüfungen vorbereitet werden. Ab dem 4. Mai sollen die Klassen 4 der Grundschulen, 6 der Gymnasien und die Oberstufen der Stadtteilschulen und Gymnasien in die Schulen zurückkehren.

Informationen der Behörden in Hamburg (externer Link)

Hessen

Hessen öffnet die Schulen ab dem 27. April schrittweise. Begonnen wird mit den Abschlussklassen der Haupt-, Real- und Berufsschulen sowie den 4. Klassen der Grundschulen. Auch die 12. Klassen kehren am 27. April in die Schule zurück. Abiturientinnen und Abiturienten müssen nur noch zu den mündlichen Prüfungen erscheinen. Die Klassen werden entsprechend verkleinert, um die notwendigen Abstandsregelungen gewährleisten zu können. Die zentralen Haupt- und Realschulprüfungen finden ab dem 25. Mai statt.

Informationen des Kultusministeriums in Hessen (externer Link)

Das Verwaltungsgericht Hessen hat am 24. April 2020 ein Urteil erlassen und die Schulpflicht für alle Viertklässler aufgehoben. Eine Schülerin aus Frankfurt am Main hatte in einem Eilverfahren geklagt und zum Teil Recht bekommen. Da Viertklässler sich keiner Abschlussprüfung unterziehen müssten, sah sich die Schülerin in ihrem Recht zur Gleichbehandlung (Art.3, Abs.1 GG) mit allen anderen Nicht-Abschlussklassen verletzt. Das Gericht gab dem Eilantrag statt, sodass Viertklässler bis auf Weiteres von der Schulpflicht befreit sind.

Zur Pressemeldung des hessischen Verwaltungsgerichts (externer Link)

Mecklenburg-Vorpommern

Die Schulen sollen schrittweise wieder geöffnet werden. Ab dem 27. April soll der Unterricht zunächst für Schülerinnen und Schüler der 10. und 12. Klassen fortgesetzt werden. Ab dem 4. Mai sollen Schülerinnen und Schüler, die im kommenden Jahr ihre Abschlussprüfung absolvieren an die Schulen zurückkehren. Auch die 4. Klassen der Grundschulen werden ab dem 4. Mai wieder unterrichtet.

Informationen des Ministeriums in Mecklenburg-Vorpommern (externer Link)

Niedersachsen

Um den Schülerinnen und Schülern ausreichend Zeit für die Prüfungsvorbereitung zu ermöglichen, öffnet Niedersachsen die Schulen für Abschlussklassen ab dem 27. April. Bis zum Zeitpunkt der Rückkehr in die Schulen ist für alle Klassen ab dem 22. April „Home Learning“ vorgesehen. Weitere Lockerungen werden ab dem 4. Mai erwartet. Dann kehren etwa die 4. Klassen der Grundschulen an die Schulen zurück. Der weitere Fahrplan sieht die Rückkehr der 12. Klassen am 11. Mai vor. Die Jahrgänge 3, 9 und 10 folgen am 18. Mai.

Informationen des Ministeriums in Niedersachsen (externer Link)

Nordrhein-Westfalen

Die Schulen werden offiziell am 20. April geöffnet, damit Lehrkräfte die Möglichkeit haben, die notwendigen Bedingungen für die Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebes zu gewährleisten. Der Unterricht beginnt am 23. April zunächst für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen. Am 4. Mai soll der Unterricht für weitere Klassen, etwa die 4. Klassen der Grundschulen, ermöglicht werden.

Die Abiturprüfungen in NRW werden um drei Wochen verschoben, beginnen also am 12. Mai. Der Korrekturzeitraum wird verkürzt, sodass die Zeugnisse wie geplant spätestens bis zum 27. Juni ausgegeben werden. Die zentralen Prüfungen der zehnten Klassen (ZP10) finden mit einer zeitlichen Verschiebung von fünf Tagen statt und beginnen ebenfalls am 12. Mai.

Informationen des Ministerium in Nordrhein-Westfalen (externer Link)

Informationen zu den Prüfungen vom Schulministerium NRW (externer Link)

Rheinland-Pfalz

Ab dem 4. Mai sollen Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen, der qualifikationsrelevanten Jährgänge und der 4. Klassen der Grundschulen in die Schulen zurückkehren. Diese Regelung gilt für allgemein- und berufsbildende Schulen und soll auch die Schülerinnen und Schüler berücksichtigen, die im kommenden Schuljahr ihren Abschluss machen. Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Unterrichts für andere Klassenstufen wird in Anbetracht der Entwicklung der Infektionszahlen individuell besprochen.

Informationen des Ministeriums in Rheinland-Pfalz (externer Link)

Saarland

Auch das Saarland plant eine schrittweise Rückkehr zum Schulbetrieb ab dem 4. Mai. Zunächst sollen die 9. und 10. Klassen der Gemeinschaftsschulen zur Prüfungsvorbereitung, die 4. Klassen und Abiturientinnen und Abiturienten wieder unterrichtet werden. Ab dem 11. Mai sollen Schülerinnen und Schüler des ersten Jahres der Hauptphase an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen wieder in der Schule unterrichtet werden.

Informationen des Ministeriums im Saarland (externer Link)

Sachsen

Sachsen öffnet seine Schulen ab dem 20. April zunächst ausschließlich für das Personal zur Vorbereitung der Abschlussprüfungen. Ab dem 22. April findet die Prüfungsvorbereitung der Abschlussklassen statt. Auch die erste Abiturprüfung findet regulär am 22. April statt. Die Daten gelten gleichermaßen für berufsbildende Schulen.

Informationen des Ministeriums in Sachsen (externer Link)

Sachsen-Anhalt

Der Unterricht für die Abschlussjahrgänge beginnt am 23. April und dient der Prüfungsvorbereitung. Am 4. Mai wird die Beschulung auf Abschlussklassen des kommenden Schuljahres ausgeweitet.

Informationen der Landesregierung in Sachsen-Anhalt (externer Link)

Schleswig-Holstein

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien gab bekannt, dass die Beschulung der Jahrgangsstufen, die in diesem Jahr den Ersten allgemeinbildenden oder den Mittleren Schulabschluss absolvieren, am 22. April fortgesetzt wird. Eine schrittweise Öffnung der Schulen ist ab dem 4. Mai vorgesehen. Dabei stünden insbesondere die Schülerinnen und Schüler im Fokus, die im kommenden Schuljahr ihren Abschluss machen sowie Viertklässler, die nach den Sommerferien an eine weiterführende Schule wechseln.

Informationen des Ministeriums in Schleswig-Holstein (externer Link)

Thüringen

Thüringen führt zunächst am 27. April den Präsenzunterricht für Abiturientinnen und Abiturienten ein. Ab dem 4. Mai wird der Unterricht in zeitversetzten Schritten zunächst für die Abschlussklassen wieder aufgenommen. Bis zum 2. Juni strebt Thüringen Präsenzunterricht für alle Klassenstufen in unterschiedlichen Varianten an. Denkbar ist etwa ein Mix aus Präsenz- und Distanzunterricht. Eine Rückkehr zum Zustand vor den Schulschließungen schließt Thüringen bis zu den Sommerferien aus.

Informationen des Ministeriums in Thüringen (externer Link)

Titelbild: geralt / pixabay.com

Dieser Beitrag stammt von

Kevin Ruser

Kevin ist ein junger Lehrer für Geographie und Deutsch an Gymnasien und verwendet digitale Medien sehr gern in seinem Unterricht. Seine Examensarbeit schrieb er über sprachbildenden Fachunterricht.

Schreiben

Kevin schreibt seit August 2012 auf seinem eigenen Blog und veröffentlicht wöchentlich neue Artikel zu unterschiedlichen Themen. Seine Bachelorarbeit schrieb Kevin über den Einsatz des Smartphones im Geographieunterricht, seine Masterarbeit über Sprachbildung im Geographieunterricht.

Unterrichten

Der Autor hat die Fächer Geographie und Deutsch für Gymnasien studiert und arbeitet als Vertretungslehrer an einer weiterführenden Schule. Zudem ist er als Nachhilfelehrer in der Online-Nachhilfe tätig.

Kevin Ruser